Im Jahre 2015 wurden in Deutschland mehr als 2.000 Spielekonsolen gekauft. Das macht einen Gesamtumsatz von über 700 Milliarden Euro. Grund genug, sich einmal über die Geschichte der Spielekonsolen Gedanken zu machen. Wer jetzt denkt, dass Unternehmen wie Sony, Nintendo und Co. die Vorreiter in Sachen Entwicklung waren, der irrt gewaltig. Denn die erste Spielekonsole wurden von dem US-amerikanischen Erfinder Ralph Baer bereits im Jahre 1968 zusammengeschraubt. Sozusagen in Eigenregie. Die von ihm entwickelte Brown Box ging vier Jahre später bei der Firma Magnavox in Serienproduktion. Diese hatte die Lizenzrechte dafür erworben.

Die Magnavox Odyssey, so der Markenname der Spielekonsole, wurde in Deutschland von der Firma ITT Schaub-Lorenz vertrieben und umgangssprachlich auch als Telespiel bezeichnet. Um die Spielekonsole nutzen zu können, brauchte man nämlich einen handelsüblichen Fernseher, an dem das Gerät befestigt wurde. Gespielt werden konnten vor allem Geschicklichkeits- und Sportspiele. Das erste beim Massenpublikum erfolgreiche Spiel war Pong, das vom Atari-Gründer Nolan Bushnell entwickelt wurde. Atari brachte zudem eine weitere Spielekonsole, die sogenannte Home-Pong-Konsole, auf den Markt. Charakteristisch für die Spielekonsolen der ersten Generation war, dass es sich dabei noch nicht um Mini-Computer mit Programmen handelte. Vielmehr wurden verschiedenen Spiele durch die Nutzung unterschiedlicher Schaltkreise erzeugt.

Wenige Jahre nach der Brown Box kam die zweite Generation der Spielekonsolen auf dem Markt, die dem Gamer bereits einfache 2-D-Grafiken bot. Jedoch war der Speicher sehr begrenzt und als CPU wurden zumeist 8-bit-Prozessoren genutzt. Absolut unvergleichbar mit den heutigen Modellen. Es war aber der erste Schritt weg von den Schaltmodullen hin zu portablen Computern. Zu den bekanntesten Modellen jener Zeit gehörten die Interton VC4000, die als erste Spielekonsole 1978 auf dem deutschen Markt eingeführt wurde, Atari 5200, Channel F, Philips G7000 und Vectrex - um nur einige zu nennen.

Da der Umsatz der US-amerikanischen Spielbranche vom Jahr 1982 (3 Milliarden US-Dollar) zum Jahr 1983 (100 Millionen US-Dollar) zusammenbrach, zelebrierten Experten bereits den Untergang der Spielekonsolen und Videogames. Doch es sollte anders kommen. Denn mit der Ära der 8-bit-Konsolen konnten die Hersteller mit dem neuen Medium Computer mithalten und einen Teil des Marktes zurückgewinnen. Weitere Verbesserungen zur zweiten Generation der Spielkonsolen waren die verbesserte Grafik, die beschleunigte Leistung und eine höhere Speicherkapazität. Zudem brachte die japanische Firma Nintendo ihr innovatives Erfolgsmodell, das Nintendo Entertainment System, auf dem Markt. Als erste Spielekonsole überhaupt bediente sich das Modell eines integrierten D-Pads und war Vorreiter für die späteren Gamepads.

Ende der 1980er Jahren setzten die Hersteller schließlich auf größere 16-bit-Prozessoren, die bereits rudimentäre 3-D-Grafikfunktionen besaßen. Erstmalig konnte auch die CD als Speichermedium genutzt werden. Vormals waren lediglich Module bei der Speicherung zum Einsatz gekommen. Die erste Spielekonsole dieser vierten Generation war die Sega Mega Drive vom japanischen Branchenriesen Sega, deren Erfolg aber durch die Markteinführung des Super Nintendo Entertainment Systems deutlich zurückging. Seit der Etablierung der ersten Heimkonsole im Jahre 1983 setzte Nintendo auf eine kontunierliche Weiterentwicklung, die bis zum heutigen Tage anhält. Sega stellte hingegen die Produktion der Spielekonsolen mit der Dreamcast ein.

Die fünfte Generation der Spielekonsolen ist gekennzeichnet durch den Durchbruch der 3-D-Grafiken und die Markteinführung der ersten PlayStation. Damit drang ein weiterer Konkurrent auf den internationalen Spielemarkt. Bereits im ersten Jahr verzeichnete Sony hohe Verkaufszahlen der Spielekonsolen und zugehörigen Games - zum Ärger von Sega und Nintendo, die mit dem Saturn und dem Nintendo 64 dagegenhalten wollten. Das Nintendo 64 gilt überdies als eine der ersten Spielekonsolen (neben dem Atari Jaguar), die einen 64-bit-Prozessor integriert hatten.

Hatte die Entwicklung der ersten Spielekonsole recht lange gedauert, so kamen in den Folgejahren Schlag auf Schlag neue Modelle auf dem Markt. So kamen bereits vier Jahre nach dem Nintendo 64 die ersten Multimediakonsolen auf dem Markt, die teils optische Audio-Ausgänge, USB-Anschlüsse und Onlinefunktionen baten. Ein riesiger Schritt, wenn man bedenkt, dass lediglich 20 Jahre zuvor noch nicht einmal die 3-D-Grafik bekannt war. Zur sechsten Generation der Spielekonsolen, die um die Jahrtausendwende etabliert wurden, zählen die PS2, der GameCube, die XBox und die letzte Spielekonsole von Sega, die Dreamcast.

Momentan befinden wir uns in der achten Generation der Spielekonsolen, zu denen die PS4, die Wii U, der (New) Nintendo 3 DS XL und die Xbox one zählen. Diese Geräte sind nunmehr nicht nur multimediatauglich, sondern können als Entertainment-Stationen angesehen werden, die für die gesamte Familie nutzbar sind. Denn mit ihren vielfältigen Funktionen und Speicher kapazitäten ersetzen sie locker einen Home-Computer.

Da die Produktion einiger genannter Konsolen, u.a. die DreamCast und die PS1, bereits eingestellt wurde, sind sie nur noch als Second-Hand- bzw. Gebraucht-Artikel zu kaufen. Wenn man Glück hat, findet man auch auf dem Flohmarkt ein Schnäppchen. Ich empfehle aber jedem, sich lieber online nach diesen älteren Modellen umzuschauen und sich mit dem Verkäufer bezüglich Rückgaberecht, Preis und zusätzlich erwerbbare Spiele persönlich auszutauschen.

Ein kurzer Ausblick: Die neunte Generation der Spielekonsolen ist bereits Planung. So soll Gerüchten zufolge noch in diesem oder Anfang des kommenden Jahres die Xbox 720 auf den Markt kommen.