Wer das besondere Abenteuer sucht, der sollte sich unbedingt auf eine Abenteuerreise begeben. Schließlich besagt der Name ja bereits, dass man so einiges erwarten kann. Doch nicht selten werden die Erwartungen bitter enttäuscht, wenn man anstelle purer Action mit seinem North Kite im Gebirgssee lediglich auf eine öde, trockene Landschaft und ein schäbiges Hotel trifft. Noch schlimmer ist es sicherlich, wenn man sein Gepäck auf dem Flug verliert oder sogar bestohlen wird. Denn dann kann der Traum vom großen und unvergesslichen Abenteuer schnell zum Alptraum werden. Deshalb sollte man sich vorab einige Gedanken machen.

In erster Linie ist es wichtig, rechtzeitig zu planen. Das kann auch ein Reiseveranstalter für einen übernehmen. Denn die Branche der Abenteuerreisen boomt. Zunehmend mehr Reisekataloge und Webseiten integrieren diese Kategorie in ihr Standardportal und wollen damit eine neue und aktivere Zielgruppe für sich gewinnen. Oder besser gesagt: Sie gehen mit der Zeit. Schließlich braucht der Mensch Herausforderungen. Und bei all dem Alltagstrott im Büro oder in der Uni kann etwas Abwechslung wohl nicht schaden. Während für einige bereits ein Roadtrip ein Abenteuer ist, wollen andere die Zivilisation hinter sich lassen und einfach nur abschalten. Ganz ohne Technik, ohne andere Menschen, nur umgeben von der Natur: Das ist definitiv der Kick schlechthin. Und wird nur ganz selten von Reiseveranstaltern angeboten. Die Nachfrage danach ist nämlich bislang eher begrenzt. Vielmehr nutzen Touristen Tagesreisen oder Dreitagestrips in solch abgelegene Gebiete, um etwas Abenteuer oder eben die tiefere Kultur zu erleben. Ein bekanntes Beispiel sind die Reisen zu den Indianerstämmen ins Amazonasgebiet oder geführte Bergbesteigungen im Himalaya.

Beim Alleinplanen muss man sich nicht den Konditionen des Reiseveranstalters beugen und ist dadurch in seinen Vorstellungen und Umsetzungen unabhängiger. Das kann auch zu einem grundlegenden Problem führen: Man muss zwischen mehr als 200 Ländern sein endgültiges Reiseziel bestimmen. Hierbei kann definitiv eine Pro- und Kontra-Liste helfen, auf der man alle Präferenzen, Wünsche und Ideen vermerkt. Sollte man beispielsweise Klettern wollen, so muss man nach Mittel- oder Hochgebirgsregionen suchen, in denen man dieser Tätigkeit nachgehen kann. Sucht man nach einem kulturellen Abenteuer, so sind ferne und eher unbekannte Länder fernab der Touristenhochburgen sicherlich interessant. Für Wasserabenteurer empfehlen sich hingegen eher Lagunen, Küstenregionen oder sogar ein Bootstrip.

Hat man sich einmal für ein Reiseziel entschieden, dann sollte man sich über die dortigen Gepflogenheiten informieren, um bestmöglich vorbereitet zu sein. Neben der Sprache zählen dazu auch Hygiene- und Lebensstandards, Sicherheitshinweise und Impfungen. Gerade in tropischen Regionen sollte man beispielsweise auf eine Gelbfieberimpfung nicht verzichten. Gegen die Erreger der Ägyptischen Stechmücke gibt es aber bislang keine Impfung, weshalb eine Prophylaxe in Form von Tabletten möglich ist. So konnte man in Deutschland bis zum vergangenen Jahr noch Lariam als Schluckimmunisierung gegen Malaria kaufen. Mittlerweile ist das Mittel aus den Apotheken verband und nur noch online erhältlich. Ich persönlich habe vor drei Jahren diese Tabletten geschluckt und eher durchwachsene Erfahrungen gemacht. Nicht nur, dass man hitzeähnliche Schübe bekommt, man muss die Tabletten bereits acht Wochen vor der Reise jeweils einmal wöchentlich nehmen und die Einnahme auch während der Reisedauer fortsetzen. Das heißt, dass man für mehrere Wochen jeweils ein paar Stunden mit malariaähnlichen Symptomen zu kämpfen hat, um selbst nicht an Malaria zu erkranken. Übrigens liegen die Prophylaxeaussichten auch nur bei 50 Prozent, weshalb ich irgendwann aufgehört habe, die Tabletten zu nehmen.

Neben den Impfungen sind die Sicherheitshinweise vor der Abreise unbedingt zu checken. Denn hieraus kann man so einiges erfahren. So sieht man beispielsweise, dass man in einige Länder anstelle eines Rucksacks lieber auf einen Brustbeutel zum Aufbewahren des Geldes setzen sollte. In anderen Ländern, etwa in Indien, ist es eher verpönt, als Mann oder als Frau kurze Hosen oder Röcke zu tragen. Ähnlich sieht es in arabischen Ländern aus. Deshalb ist es hier wichtig, auf Baumwollkleidung und atmungsaktiven Stoff zu setzen. Das Auswärtige Amt bietet auf seiner Webseite zu jedem Land eine genaue Aufstellung aller Sicherheitshinweise. Hier erfährt man auch, welche Landesteile definitiv sicher sind und welche man als Reisender eher meiden sollte. Ein kleiner Hinweis dazu: Auch Abenteuerreisende sollten sich nicht grundlos gefährlichen Situationen ausliefern und sogar zum Opfer eines Mordes werden. Das ist der Kick sicherlich nicht wert.

Zu den Vorbereitungen zählt natürlich auch das Packen des Gepäcks. Abenteurer legen in aller Regel Wert auf eher wenige, dafür aber praktische Klamotten, die man unterwegs mit mitgebrachter Kernseife auswaschen kann. Weniger Gepäck heißt nämlich auch, dass man weniger mit sich herumtragen muss. Bei manchen Airlines ist das Handgepäck sogar auf 12 Kilogramm beschränkt, weshalb man einen leichten Treckingrucksack auch mit in das Flugzeug nehmen kann. So muss man sich sicher keine Sorgen mehr um verlorenes Gepäck machen. Eine interessante Packliste für eine Abenteuerreise habe ich hier gefunden.