Vor kurzem ist die Oma eines Freundes gestorben. Ihr Mann lebte schon einige Jahre nicht mehr. Die Großeltern lebten seit 40 Jahren in der Wohnung. Die Möbel und die Einrichtung waren deshalb entsprechend alt und waren für die Familie nicht interessant. Aber was macht man mit all den Sachen. Vielleicht waren ja einige wertvolle Stücke dabei.

Mein Freund hat mich nach ihrem Tod durch die Wohnung geführt und mich um Rat gefragt, was man mit all den Dingen wohl anfangen sollte.

Das Schlafzimmer zum Beispiel war als Barock Schlafzimmer eingerichtet. Es sah sehr pompös aus mit einem riesigen schweren Bett, einem Barock Schminktisch, den die Oma sicher lange nicht mehr genutzt hatte. Über einer wunderschönen Kommode hing ein goldener Spiegel mit Ornamenten und davor standen goldene, verzierte Kerzenleuchter. Der ganze Raum glich einem Museum.

Auch in dem riesigen Wohnzimmer standen sehr viele alte, wunderschöne Möbel. Antike Ledersofas, alte Vitrinen und ein wunderschöner alter Esstisch aus Holz. Hätte ich eine so große Wohnung gehabt, hätte sich gern das ein oder andere Stück mitgenommen. Auch in den Zimmern entdeckte ich noch viele weitere Schätze. Ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, was die Einrichtung in dieser Wohnung wert sein würde. Auch die Familie hatte keine Vorstellung. Auch sie würden nur einzelne Stücke als Erinnerung in ihre eigenen Wohnungen mitnehmen, damit ein Stück ihrer Eltern und Großeltern bei ihnen weiterleben würde. Außerdem wäre es viel zu schade alle diese wunderschönen Dinge wegzugeben.

Antike Möbelstücke, Wohnaccessoires und andere Antiquitäten können sehr viel Wert sein. Oftmals wissen ihre Besitzer nicht, welche Schätze sie in ihren Wohnung stehen haben. Ich habe bei der Führung durch die Wohnung nur die Einrichtungsgegenstände und die Dekorationsgegenstände gesehen. Aber wer weiß, was das alte Ehepaar noch für Schätze in den Schränken liegen hatten. Alte Briefmarkensammlungen, Münzen, altes Geschirr. Ich hätte mich am liebsten durch das ganze Haus gewühlt, um noch mehr zu sehen. Ich liebe alte Wohnungen und finde es unglaublich spannend, Bücher, alte Fotos und Briefe aus längst vergangenen Zeiten zu entdecken und mit vorzustellen, wie das Leben damals wohl war oder wie die Menschen wohl aussahen und sich verhielten als sie noch jung waren.

Das alles hatte die Familie meines Freundes noch vor sich. Noch hatte niemand es über das Herz gebracht, sich durch die Schränke der verstorbenen Eltern beziehungsweise Großeltern zu arbeiten.

Wenn sie die Möbel und Gegenstände der Oma verkaufen wollten, sollten sie sich am besten an einen Spezialisten wenden, der den tatsächlichen Wert der Dinge bestimmen kann. Ich habe einmal gelesen, dass bei antiken Möbeln nicht nur das Alter den Wert bestimmt, sondern auch die Rarität. Je weniger Exemplare es noch gibt, desto wertvoller das Stück. Für viele Sammler haben Antiquitäten zudem einen immateriellen Wert. Sie verbinden zum Beispiel eine besondere Geschichte mit dem Stück.

Wie also kann die Familie meines Freundes nun herausfinden, welchen Wert die Gegenstände haben? Es gibt viele sogenannte Experten. Aber wie findet man einen, der ehrlich und vertrauenswürdig ist. Ich habe folgende Tipps im Internet gefunden und sie auch gleich meinem Freund an die Hand gegeben:

1.)    Als erstes sollte man herausfinden, aus welcher Zeit die Möbel stammen. Das ist oft schwierig. An einigen Möbelstücken und Antiquitäten sind aber Informationen wie das Herstellerjahr und auch der Hersteller vermerkt. Die können bereits großen Aufschluss geben und sind wichtige Anhaltspunkte für die weitere Recherche.

2.)    Im Internet findet man heutzutage Informationen über alles. Wenn man bereits ein paar Infos zu den Antiquitäten herausgefunden hat, wird man im Internet sicher schnell fündig. Hier wird man viele Angebote finden und man bekommt ein Gefühl dafür, wie hoch der Wert für die eigenen Stücke sein könnte.

3.)    Als Laie sind dies natürlich alles nur Anhaltspunkte. Deshalb empfiehlt es sich, Experten nach dem Wert zu fragen. Man kann einen Experten zu sich nach Hause einladen, damit diese den Wert schätzen. Um keinen Betrüger auf den Leim zu gehen, würde ich immer mehrere Experten fragen. Die Besitzer alt eingesessener Antiquitätenläden haben für mich einen Vertrauensbonus gegenüber ominösen Internetanbietern und selbsternannten Experten.

4.)    Da sicher nicht jeder Experte zu einem nach Hause kommt, empfiehlt es sich auch einige Antiquitätenhändler anzufahren. Kleinere Stücke kann man mitnehmen, um sie dem Händler zu zeigen. Von den größeren Möbeln und Gegenständen kann man detaillierte Fotos und gesammelte Informationen wie Hersteller und Herstellungsjahr mitnehmen, damit der Händler sich ein grobes Bild machen kann.

Für welchen Händler man sich schlussendlich entscheidet, ist sicher eine Vertrauensfrage. Dort wo man sich gut beraten fühlt, wird man sicher verkaufen. Da die Wohnung der Oma meines Freundes sehr groß ist und sich dort sehr viele Schätze verbergen, werden sie sicher an verschiedene Händler verkaufen müssen. Mein Freund wird in der nächsten Woche, zusammen mit seiner Familie beginnen, die Möbelstücke und Gegenstände zu dokumentieren. Ich habe meinem Freund versprochen, ihn zu verschiedenen Händlern zu begleiten. Er meinte, ich hätte ein gutes Verhandlungsgeschick. Ich mache das gern für ihn und bin selbst sehr gespannt, welcher Wert in dieser Wohnung schlummert.